Königlich priv. Feuerschützengesellschaft Greding
Chronik

Königlich privilegierte Feuerschützengesellschaft Greding

Kurzfassung der Chronik

 

14. Jh.:

Greding besitzt die Wehrhoheit und gründet eine Bürgerwehr, welche die Stadt verteidigen soll. Diese Wehrhaftigkeit wird bereits zu jener Zeit vom Schützenverein gefördert.

1566:

Die Gredinger Schützen üben sich in einer urkundlich bezeugten Schießstätte. Im gleichen Jahr erbittet sich der Verein eine Schützenfahne vom damaligen Fürstbischof, die er jedoch erst später erhält.

1627:

Nachricht über die Mitwirkung der Schützen beim "Umgang" am Fronleichnamstag, einem der höchsten Feiertage der Gilde. Für die Mitwirkung wurden die Schützen von der Stadt mit Brot, einem halben Eimer Bier und 4 Flaschen für die Zehrung bezahlt.

1633:

Im 30-jährigen Krieg verursachen die Schweden den Brand des Gredinger Rathauses. Dabei geht eine Vielzahl wichtiger Dokumente verloren, darunter mit großer Wahrscheinlichkeit die Gründungsurkunde des Schützenvereins. Daher läßt sich das genaue Gründungsjahr der Gilde nicht feststellen.

1695:

Das Protokollbuch der "Gemainen Statt" überliefert die erste genaue und namentliche Aufzeichnung der Schützen Trabanten.

1752:
Fürstbischof Johann Anton II, Freiherr zu Freyberg, Bischof zu Eichstätt (1736-1757), stiftet dem Schützenverein zur besonderen Ehre eine Fahne. Auf ihr ist neben der Jahreszahl 1752 und dem Wappen des Bischofs ein Spruchband mit den lateinischen Worten "Fides Spes Charitas" (Glaube - Hoffnung - Liebe) abgebildet. Diese Fahne wurde 1975 renoviert und ist bis heute der Stolz des Vereins.

1859:

Im Mai dieses Jahres erfolgt die Neukonstituierung der Schützengesellschaft, die durch das Landgericht genehmigt wird. Seitdem trägt der Verein die Bezeichnung "Königlich privilegierte Feuerschützengesellschaft Greding".

1927:

Der Verein feiert das 175-jährige Fahnenjubiläum. Damit verbunden ist ein Jubiläumsschießen, dessen Ehrengast seine königliche Hoheit Prinz Alfons von Bayern ist.

1939/45:

Während des zweiten Weltkriegs kommt das gesamte Vereinsleben zum Erliegen. Nach dem Krieg verbieten die Besatzungsmächte jede Art von Schießsport, auch müssen alle Waffen auf Befehl der Alliierten abgegeben werden. Das Schützenhaus und der Schießstand am Schusterkeller werden in dieser turbulenten Zeit restlos abgebrochen. Verantwortungsvollen Mitgliedern des Vereins, wie Schützenmeister Philipp Taucher und dem Kassier bzw. Schriftführer Josef Veigele ist es zu verdanken, daß wertvolle alte Urkunden, die Schützenkette und die traditionsreiche Fahne jene Tage unter anderem im Grabkirchl bei den Ehrwürdigen Schwestern unbeschadet überstanden.

 

1954:

Auf Initiative von Hans Thomas sen. hin wird am 9. Juni 1954 eine Wiedergründungsversammlung des Vereins abgehalten. Es wird die 1. Vorstandschaft nach dem Krieg gewählt:
 
1. Schützenmeister: Otto Schneider
2. Schützenmeister: Hans Fumy
Kassier: Franz Schmidt
Schriftführer: Paul Pürner
1. Beisitzer: Rechtsanwalt Taucher
2. Beisitzer:  Dr. Weigand
Zeugwart: Hans Thomas
Schießleiter: Heinrich Schlee
Kurz nach der Wiedergründung, am 12.09. 1954 findet das erste Königsschießen im Gasthof Schuster statt. 1. Schützenkönig wird Andreas Iblinger.

1955:

In diesem Jahr feiert man das 200-jährige Fahnenjubiläum verbunden mit einem Gauschießen. Außerdem beschließt die Vorstandschaft, den Verein in das Vereinsregister beim Amtsgericht Hilpoltstein eintragen zu lassen.

1957:

Man beginnt mit dem Bau einer Kleinkaliber-Schießanlage am Schusterkeller. Die Anlage wird größtenteils in Eigenarbeit und mit großzügiger Unterstützung einiger Sponsoren errichtet. Besonderer Dank gilt hier den Steinwerksbesitzer Riedl, Sprengmeister Nagel und der Firma Lehmair (elektr. Installation). Bereits am 20. Oktober 1957 konnte das traditionelle Königsschießen in der Schießanlage durchgeführt werden. Sie beherbergte 9 Luftgewehr- und 2 Kleinkaliberstände.

 

1966:

In diesem Jahr wird die leerstehende Stallung des Vereinswirts Wilhelm Bauer zu einem Schießhaus mit 11 Luftgewehrständen umgebaut. Initiator und Seele der Aktion ist der seit 1959 amtierende Schützenmeister Hans Fumy. Großer Dank gilt hier der Firma Müllers für die kostenlosen Beleuchtungskörper und die umfassenden Installationsarbeiten. Das Eröffnungsschießen auf der sogenannten Winterschießanlage findet vom 13. - 17. Dezember 1966 statt.

1975:

Anläßlich der Weihe der renovierten Schützenfahne findet ein Gauschießen in Greding Statt.

1976:

Der Schießstand beim Vereinslokal Bauer muß abgerissen werden. An gleicher Stelle entsteht, ein neues Schießhaus mit 10 Luftgewehrständen.

1977:

Der Bierkeller beim Bauerkeller wird in einen Sportpistolenstand umfunktioniert.

1979:

Anläßlich des 25-jährigen Bestehens der Gesellschaft nach der Wiedergründung des Vereins 1954 wurde auf Initiative des langjährigen Schriftführers Paul Pürner hin ein Preis- bzw. Sauschießen durchgeführt.

1984:

Am 14.03.1984 stirbt Heinrich Herold, ein Ehrenmitglied der FSG. Er vermacht dem Verein eine größere Geldsumme, aus der am 13.09.1984 die Heinrich-Herold-Stiftung entsteht. Seit dieser Zeit findet alljährlich ein Heinrich-Herold-Gedächtnisschießen statt.

 

1985:

In diesem Jahr vollzieht sich ein Wechsel in der Vorstandschaft. Bei den Neuwahlen stellen sich Hans Fumy (1. Schützenmeister), Paul Pürner (3. Schützenmeister und Schriftführer) und Martina Schuck (4. Schützenmeisterin und Schatzmeisterin) nicht mehr zur Wahl. Dafür werden gewählt:
 
1. Schützenmeister: Hans Thomas jun.
2. Schützenmeister: Hans Meier
Schriftführer: Anton Hobauer
Schatzmeister:  Johann Brigl

1988:

Es beginnt die Diskussion um ein vereinseigenes Schützenhaus auf eigenem Grund. Hans Fumy (Ehrenschützenmeister) fragt bei der Gemeinde nach geeigneten Grundstücken nach. Als mögliche Standorte ergeben sich ein Gelände am Kalvarienberg oder am Landerzhofener Espan.

1989:

Die Vorstandschaft beschließt mit dem Schützenhausbau noch zu warten. Im gleichen Jahr wird Heinz de Buhr zum Schriftführer gewählt.

1991:

Im Zuge der 900-Jahr Feierlichkeiten der Stadt Greding entschließt sich die FSG, in diesem historischen Jahr ein kombiniertes 240-jähriges Fahnenjubiläums-, Bürger- und Stadtpokalschießen durchzuführen, das einen regen Zulauf findet.
Am 31.12.1991 erfolgt die Schließung der Sommerschießanlage am Bauerkeller. Nach über dreijährigen Verhandlungen sieht sich Karl Schuster, der Eigentümer des Grundes, aus für den Schützenverein nur schwer nachvollziehbaren Gründen dazu veranlaßt, der FSG die traditionsreiche Nutzung der Schießstätte, die bis auf das Jahr 1848 zurückgeht, zu untersagen. Trotz intensiver Bemühungen von Seiten der Vorstandschaft kann Karl Schuster nicht mehr umgestimmt werden. Daher geht am 01.01.1992 eine Gredinger Tradition zu Ende: An diesem Tag baut besagter Grundstückseigner neue Schlösser in das Schießhaus ein und verwehrt somit den Schützen den Zugang.

1992:

Nach Schließung der Sommerschießanlage wird der Bau eines eigenen Schützenhauses in der Vorstandschaft neu diskutiert. Dabei zieht man ein Gemeinschaftsprojekt mit dem TSV Greding in Erwägung.
11.10.1992: Auf dem Gelände der alten Kläranlage, das die Stadt Greding der FSG zur Verfügung stellt, wird nach eifriger Arbeit die erste Bogenschießanlage im Gau Eichstätt eröffnet. Durch diese Anlage erhält der Bogenschießsport in der hiesigen Region neue Impulse.

1993:

Das gemeinsame Bauvorhaben mit dem TSV Greding muß von der FSG fallen gelassen werden, da sich große Probleme bei der Frage der Finanzierung ergeben. Nach freundlicher Zusage des Vereinswirts Wilhelm Bauer kann der Verein das 1976 erbaute Schießhaus weiterhin auf unbefristete Zeit nutzen.
Im Oktober 1993 wird vom Landratsamt die vor kurzem eröffnete Bogenschießanlage gesperrt, da sich bei der Genehmigung des Zaunbaus Unstimmigkeiten ergeben. Eine anonyme Anzeige, die aus Protest gegen die Schießanlage gegen Schützenmeister Hans Thomas jun. erstattet wird, muß bald fallengelassen werden, da sie sich als unbegründet erweist.

1994:

Anfang April erfolgt die endgültige amtliche Genehmigung der Bogenschießanlage.

1999/2000:

Nach erfolgreicher Bewältigung der Papier-, Antrags und Genehmigungsflut wurde im Frühjahr 2000 mit Holzaktionen, dem Vermessen und Ausheben der Baugrube und mit dem Bau des neuen Schützenhauses in der Industriestrasse 3 begonnen.

2004:

Nach 4 Jahren fleißigen Bauen ist das Schützenhauses schon fast fertig. Jetzt kommen noch die Aussenanlagen und Schießstände im Keller dran. Dann steht dem Schützenfest 2005 mit Einweihung des Schützenhauses und Bundesschiessen nichts mehr im Weg.
 

2005:

Ein festliches Jahr für die FSG Greding.
250 jähriges Fahnenjubiläum
Einweihung des Schützenhauses
Bundesschiessen des Mittelfränkischen Schützenbundes
Gauschiessen
Schützenfest mit Rocknacht und Festzug mit über 100 Vereinen